Google Cardboard – Virtual Reality mit Pappe

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Basteln und Staunen

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Angesichts der Simplizität der zugrunde liegenden Technologie einer Google Cardboard ist diese VR-Brille für jeden neu interessierten Einsteiger in Sachen Virtual Reality ziemlich reizvoll, da sie nicht nur preisgünstig sondern auch einfach anzuwenden ist. Auf diese Weise können sich Interessierte und Begeisterte einen ersten Überblick über die virtuellen Welten verschaffen ohne dabei finanziell zu tief ins Portemonnaie greifen zu müssen.

Wie die Übersetzung des Terminus cardboard (engl.: für Karton/Pappe) bereits vorgibt, besteht das Grundgerüst des Google Cardboard-Viewers aus Pappe/Karton. Die bereits vorgefertigten bzw. schon zurecht geschnittenen Teile, kann der User zusammen mit einem (Ring)Magneten, mit zwei  bis vier einseitig selbstklebenden Klettverschlüssen, einem einfachen Gummiband, sowie zwei bi-konvexen Linsen selbst zusammenbauen. Das Ganze ist meist in Form eines Bausatzes erhältlich, kann aber auch per Online-Bestellung fertig zusammengebaut angefordert werden. Beim Bausatz sollte eine detaillierte Beschreibung für das Zusammenbauen anbei sein, diese ist aber auch auf der Google Homepage (Link) abrufbar.

Ein Smartphone mit der Android Version 4.2 sowie einer Bildschirmdiagonale bis max. 5-Zoll (Version 1) ist für den Schnupperkurs in die virtuelle Welt Grundvoraussetzung. Das Smartphone wird in das fertiggestellte Pappgestell eingesetzt, um es mit Hilfe einer entsprechenden Android-App  in ein VR- Display umzuwandeln. Inzwischen gibt es jede Menge VR-Andoid-Apps, ein guter Start ist jedoch die von google entwickelte Cardboard-App:

Google Cardboard
Google Cardboard
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos
  • Google Cardboard Screenshot
  • Google Cardboard Screenshot
  • Google Cardboard Screenshot
  • Google Cardboard Screenshot
  • Google Cardboard Screenshot
  • Google Cardboard Screenshot

App-Features:

Google Cardboard

Mit der  Cardboard-App starten Sie Ihre VR-Erfahrungen. Sie können neuen Apps entdecken und Ihre Cardboard-Brille korrekt einstellen. Zum Testen gibt es eine Reihe von Demos und außerdem:

  • Google Earth: fliegen Sie über die virtuelle Erde, dorthin wo Sie Ihre Fantasie hinträgt
  • Tour Guide: Besuchen Sie Versailles mit einem lokalen Führer.
  • Meine Videos: Schauen Sie sich Ihre Videos auf einen riesigen Bildschirm an
  • Exhibit: Untersuchen Sie kulturelle Artefakte von jedem Winkel.
  • Photo Sphere: Schauen Sie sich in Ihren, mit Photo Sphere aufgenommen Fotos an
  • Windy Day: Folgen Sie der Geschichte (und dem Hut) in dieser interaktiven, kurzen anmierten Geschichten.

Die Apps erzeugen auf einem geteilten Bildschirm unterschiedlichen Bilder, sowohl für das linke als auch für das rechte Auge. Diese werden dabei über die bi-konvexen Linsen an die Augen des Nutzers weitergeleitet. Dieser technologische Kniff führt dazu, dass der User mit der Brille eine stereoskopische (dreidimensionale, räumliche) Wahrnehmung der künstlich berechneten Datenbilder erfährt, durch die er in die virtuelle Realität eintauchen kann. Berechnet, gemessen und ausgewertet werden auch mittels Accelerometer- und Gyroskop-Sensoren die Kopfbewegungen des Users. Ermöglicht wird so eine Bewegungssteuerung durch drehen/wenden/heben/senken des Kopfes. Diese Technologie ist quasi der Motor des gesamten Google-Cardboard-Konzeptes, dessen Ziel darin besteht den Nutzern die Virtuelle Realität näher zu bringen und zwar durch die Geräte, die sie zu Hause bereits besitzen, kombiniert mit einem einfachst möglichen Gestell. Mittlerweile arbeitet die aktuelle Cardboard Version 2.0 (vorgestellt auf der Google I/O 2015) auch mit Smartphones und Phablets, die eine maximale Bildschirmdiagonale von 6-Zoll aufweisen zusammen.

Die Idee

Entstanden ist die Idee eines VR-Gestellts aus Pappe angeblich während eines Gangs zu Müllcontainern. Als David Goz (google-Mitarbeiter) zahllose Pappkartons zu entsorgen beabsichtigte, soll ihm der Geistesblitz mit Cardboard in den Sinn gekommen sein. Zuerst begann das Ganze als eine Art Spaßprojekt, um diversen Herstellern namhafter VR-Headsets zu beweisen, dass die Virtual Reality auch mittels preisgünstiger Brillen für den Nutzer erfahrbar und erlebbar ist. Zusammen mit seinem Kollegen, Damien Henry, bastelte David Goz im Rahmen seiner “20-Percent-Time”, in Paris an dem Archetyp der derzeitig erhältlichen Variante von Google-Cardboard.

20-Percent-Time, ist die von Google im Jahr 2006 einführte Zeit, die den Mitarbeitern*innen ermöglicht 20 Prozent ihrer Arbeitszeit (die in einer üblichen Werktags-Woche genau einem Tag entspricht) individuell einzuteilen, um selbstbestimmt an Projekten zu arbeiten, die dem Konzern von Google eventuell von Nutzen sein könnten. Auf Grundlage dieser firmeninternen, innovativen Arbeitszeitengestaltung seitens des Konzerns sind daraus bereits Google News, Gmail sowie der mittlerweile wieder eingestellte Google Reader hervorgegangen.

Angelehnt ist die Idee der Cardboard an die Entwicklung des Informatikers Stefan Welker aus Bonn, der die Open-Source-Brille Open Dive (Link) kreierte. Die Open Dive konnte per 3D-Druck selbst hergestellt werden, die entsprechenden Druckdaten stellt Welker auf seiner Webseite zu Verfügung. Die Münsteraner Firma Duvoris vertreibt inzwischen seriengefertigte Dive’s, die mit unzähligen Smartphones kompatibel sind. Zur Brille erhalten die Kunden eine entsprechende App und eine SD-Karte, mit Inhalten. Beides soll sowohl mit Android als auch mit iOS kompatibel sein.

Die Präsentation von Google-Cardboard auf der Google I/O 2014  erfuhr einen unglaublichen Anklang. Einerseits manifestierte sich diese unter den Mitarbeitern*innen von google selbst, aber auch bei den Besucher*innen der Google-Konferenz. In der Folge steigerte sich die Nachfrage nach dem Konzept enorm und die Zahl der Nachahmer stieg sprunghaft an. Technisch gesehen sind bei den Nachahmern nur kleine  Vorteile zu erwarten, beispielsweise in Form verbesserter Linsen und zusätzlichen Steuerungsgeräten. In puncto Tragekomfort und Design jedoch versprechen sie eine wirkliche Verbesserung, da hier nun auch Kopfbänder und Polsterungen zum Einsatz kommen.

Wie Ernst meint es Google mit Cardboard?

Derzeit sind die Auswahlmöglichkeiten für verschiedene Apps in den Appstores, zwar einerseits schon zahlreich (im Vgl. zu den Anfängen dieser Technologie), andererseits jedoch gering (verglichen mit herkömmlichen PC-, Tablet-, Smartphone Anwendungen etc.). Bei Version 1.0 kam erschwerend hinzu, dass nicht alle Smartphones mit der Google Cardboard VR-Brille kompatibel waren. Diese Gründe hatten unter anderem zur Folge, dass Google den Usern*innen die Cardboard Technologie Open Source zur Verfügung gestellt hat, das Projekt war schlicht noch zu unausgereift in seiner ursprünglichen Variante. Mit der Power einer Community ist schon so manches Beta-Projekt zur Vollendung gereift. So listet die Cardboard-Webseite auch verschiedene Hersteller und Bestellmöglichkeiten auf und unterstützt diese im Vertrieb massiv. Dort ist inzwischen erkennbar, dass die Hersteller selbst sich angesprochen fühlen das Projekt weiter zu entwickeln und einen wichtiger Teil des Cardboard-Projektes sind.
Am simplen Aufbau der Brille und am Desinteresse Googles an der Hardware selbst, lässt sich die Stoßrichtung googles relativ klar erkennen. Google geht es Hauptsächlich um die Positionierung von Android im VR-Geschäft, die Weiterentwicklung des Smartphone-Betriebssystem innerhalb des VR-Kosmoses. Aus Googles Sicht ist dies nur folgerichtig, denn so stellt es sicher, dass Android ein wichtiger Teil der VR-Welt wird und bleibt und kann später Anzeigen auch per VR ausliefern, verheddert sich aber nicht in risikoreichen Hardwaregeschäften bei noch unklaren Formatentscheidungen seitens der Kunden. Wichtig für google ist daher weniger das Produkt Cardboard an sich, wichtig ist vor allem, dass Android eine entscheidende Stellung im VR-Bereich behaupten kann.

Cardboard Videos

(Bilderquelle: Google Cardboard)
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Virtual Reality Freak der vorletzten Stunde, zu Hause in den zwiebelförmig Schichten der Matrix_en des Lebens und immer auf der Suche nach der roten Pille. The Blue One SuXs!

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